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Liebesbriefe von Gott

Zwei Marienschwestern geben Tipps, wie sich die Enzyklika „Deus caritas est“ im Leben umsetzen lässt.

In der Enzyklika „Deus caritas est“ schreibt Papst Benedikt XVI ein Liebesgedicht über die Liebe. Gott liebt uns, weil er uns liebt, können wir andere lieben.

Das Geschenk des geliebt seins

Der Alltag ist voll vom lieben Gott.Er spricht oft durch die kleinen Ereignisse.

Er schickt uns Liebesbriefe, wir sind eingeladen den Umschlag zu öffnen und sie zu lesen.

Ein Geheimtipp von Sr. Berngit, Wallfahrtsverantwortliche in Koblenz-Metternich, ist: sich auf Spurensuche zu begeben, abends ein kleines Ereignis des Tages zu nehmen, es anzuschauen und sich zu fragen, wo steckt der liebe Gott dahinter?

Ich bin eingeladen die Liebe zu verkosten, die Gott mir schenkt, sie wie ein Karamellbonbon auf der Zunge zergehen zu lassen. Ich darf die Liebe Gottes verschmecken, sie verdauen sie in mich einlassen, dann wird sie zum drängen in mir.

Sr. Ingrid-Maria aus Österreich plaudert aus dem Nähkästchen, dass sie gestern den Zug verpasste und dadurch einer Mitschwester am Bahnsteig begegnete, die sie wie ein bestelltes Taxi bis vor die Haustüre brachte. „Man kann sagen Zufall... für mich war das ein Gruß vom lieben Gott, ein angenehmer Gruß“.

Der liebe Gott meint es gut mit mir. Jeder von uns hat die Chance den Liebesbrief, den Gott uns schickt zu empfangen und zu beantworten.

Und wie ist das mit den negativen Dingen? Sr. Ingrid-Maria erzählt von einer Frau, die seit 35 Jahren ihr Kind pflegt, das seit dem Ärztefehler bei der Geburt spastisch gelähmt ist. Diese Mutter sagt über ihre Situation mit strahlenden Augen: „Dieses Leid hat mich zur Liebe geführt, dieses Leid macht uns zu den glücklichsten Menschen“.

Das Leben mit Gott ist immer ein Tasten, ein Leben im Hell und Dunkel, weiß Sr. Ingrid Maria. Wir dürfen miteinander gehen und uns zusprechen: „Ich geh mit dir, du bist nicht alleine. Es ist jemand da, der an dich denkt, der dich mitträgt, der für dich betet“, dann wird Liebe ganz konkret.

Sr. Berngit und Sr. Ingrid-Maria
Wer ist mein Nächster?

Der Nächste, dem wir dieses Gefühl schenken dürfen, ist rechts und links von mir, also jeder in meiner Nähe, der meine Liebe braucht, egal ob er mir sympathisch ist oder unsympathisch.

Wir dürfen unsere Augen nicht verschließen. „Wenn bei der Familie in der Nachbarschaft die Mutter im Krankenhaus liegt und die Kinder alleine zu Hause sind, dann kann ich da nicht nur beten, da muss ich zupacken und helfen, dass die Kinder versorgt werden“, betont Sr. Berngit.

Man kann Nächstenliebe üben, es gibt den „Kredit der Liebe“, (Kredit ist abgeleitet vom lateinischen credere "glauben" und creditum "das auf Treu und Glauben Anvertraute") der laut Sr. Ingrid-Maria gekennzeichnet ist durch einen Vorschuss an Liebe.

Das kann in einer Partnerschaft ganz konkret so aussehen, dass die Ehefrau einmal oder mehrmals das Auge zudrückt, wenn ihr Mann wieder einmal die benutzten Socken mitten im Schlafzimmer liegen lässt. In dieser Geste sagt die Frau dann: ich schenke dir jetzt den Kredit der Liebe, sie hält die Situation aus und wartet mit der Formulierung ihrer Bitte auf einen Moment, der weniger emotional geladen ist.

Und der Ehemann nimmt wahr, was seine Frau ihm Tag für Tag schenkt.

Zwischenmenschliche Beziehungen sind ein echtes Trainingslager für die Nächstenliebe.

Im Verpackungspapier das Bild der MTA

Da wo Maria ist, öffnet sich ein Raum der Liebe, es entsteht eine Atmosphäre in der man leichter Lieben kann.

Sr. Ingrid-Maria berichtet von zwei Arbeitern aus Paraguay, die aus einer Zeitung, die als Verpackungspapier diente, das Bild der Gottesmutter ausschnitten und es an die Wand an ihrem Arbeitsplatz hängten.

Ihr Umfeld veränderte sich: Die Arbeiter fingen an, zu lieben, sie fingen an miteinander zu beten, sie fingen an miteinander zu feiern, sie fingen an sich aneinander zu freuen.

Echte Liebe ist kein Billigartikel

Die Liebe Christi drängt, verrät Sr. Ingrid Maria ihr Motto als Marienschwester. Im Tun überschreite ich die Grenzen. Echte Liebeserfahrung reicht über das rein Menschliche hinaus.

Wenn wir Liebe als angenommen sein, verstanden sein, bejaht sein, erleben dürfen, dann steckt etwas ewiges drin, das unser irdisches, materielles, menschliches Denken übersteigt.
Kleine Dinge haben Wirkung

„Das hat eine Wirkung, wenn ich meine Arbeit ordentlich mache, auf die gesamte Menschheit, auch wenn ich es nicht direkt sehe, daran glaube ich“ bezeugt Sr. Ingrid-Maria.

Kleine Worte, die Jahre später etwas wecken sind Lebenswahrheiten. Für andere Beten ist eine echte Realität.

Kennen Sie das Zauberwort: die Gottesmutter wird vollkommen sorgen?

Sr. Ingrid-Maria verrät uns „Dieses Motto hilft mir, das Vertrauen zu haben, mit dem ich Dinge anpacken kann, egal, wie es ausgeht. Unabhängig vom Erfolg oder Misserfolg es geht darum, die Liebe Gottes zu künden“.

Die Liebe ist nötig, und wir können sie tun, denn wir sind Kinder eines liebenden Gottes. In der Enzyklika erinnert uns der Papst auf liebevolle Weise daran. Nehmen wir unsere Verantwortung als Christen wahr und bauen an einer Welt der Liebe.

„Die Welt wartet auf das Zeugnis der christlichen Liebe, die der Glaube entfacht. In unserer Welt, die oft so dunkel ist, leuchtet mit dieser Liebe das Licht Gottes“ (Benedikt XVI imBegleitschreiben zu "Deus Caritas est" an die Leser der italienischen Wochenzeitschrift "Famiglia Cristiana").

Birgit Maier

 
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