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Bericht zu Ostern 2012

in Waldstetten

Jedes Bett war belegt, als zweiundzwanzig Teilnehmer des Jungen Schönstatts die Ostertage im Schönstattzentrum Waldstetten gemeinsam verbrachten und zusammen die Kar- und Ostertage feierten. Von Gründonnerstagabend bis Ostermontag trafen sich die Teilnehmer im zwischen Würzburg und Heidelberg im Norden von Baden-Württembergs gelegenen Haus Mariengart. Die Gruppe war dabei bunt gemischt: Einige der Teilnehmer kannten sich bereits von früheren Veranstaltungen, andere waren dabei, die noch keine Veranstaltungen des Jungen Schönstatts besucht hatten und einige kannten selbst die Schönstatt-Bewegung noch nicht.
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Am Abend des Gründonnerstag begann das Programm mit einer gemeinsamen Abendmahlfeier des Pessachfestes ähnlich wie Jesus es damals nach den Bräuchen der Israeliten gefeiert haben könnte: Mit einer Handwaschung eröffneten die Einladenden, bevor nach einem genau festgelegten Ablauf vom "Hausvater" und den Teilnehmern biblische Erzählungen vorgetragen, die vom Trinken und Essen des Weines, ungesäuertem Brot, Lammfleisch, Bitterkräutern(Chicorée und Rucola!) und Fruchtmuß begleitet wurden. Insgesamt war es eine sehr stimmungsvolle Tischgemeinschaft, die authentisch auf die vor 2000 Jahre abgelaufene Passion vorbereitete.
Der Karfreitag war geprägt von der Liturgie im Kapellchen mit unserem geistigen Begleiter P. Herbert King und dem zuvor gemeinsam gegangenen Kreuzweg: Alle Stationen wurden von den Teilnehmern individuell gestaltet. Vor allem durch die unterschiedlich Themen, die die Vorbereitenden einbrachten, wurde die leidvolle Passion Christi immer mehr gegenwärtig und greifbar. Nach einem leeren, zum Karfreitag passenden, etwas trostlosen Nachmittag wurde der Tag am Abend mit einem sehr nachdenklich machenden Film beschlossen.
Am Karsamstag waren die Teilnehmer wieder gefragt: Die bevorstehende Feier der Osternacht, die wir gemeinsam mit der Kirchengemeinde Waldstetten feiern wollten, wurde vorbereitet. Basis der Vorbereitung war, dass jeder in Gruppenarbeit eine der vielen Osternachtlesungen individuell ausarbeitete und so die Geschichte Israels mit seinem Gott am Abend von den Teilnehmern authentisch vorgetragen oder präsentiert werden konnte. Daneben wurden nachgedacht, geschrieben, Lieder geprobt oder eine eigene Osterkerze gestaltet Die vielfältigen Talente der Beteiligten wurden hier sichtbar und waren sehr beeindruckend.
Gegen Abend ging es dann hinunter zur Pfarrkirche, wo die Musikanlage und Leinwand mit Projektor aufgebaut war und das Osterfeuer vor der Kirche loderte: Die Feier begann mit dem von einer Teilnehmerin wundervoll gesungenen Exsultet. Sie hatte die volle Aufmerksamkeit der Besucher, man konnte die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören, solch eine Stille und Spannung lag in der Luft. Die Lesungen waren zum Teil mit gemalten Bildern dargestellt worden wie die neu geschaffene Erde in Genesis oder mit zwei Herzen für das Buch Ezechiel wo es heißt: "Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch". Teilweise wurden die Lesungen durch Gedanken ergänzt, besondere Worte durch eine andere Person bewusst wiederholt. Der Auszug aus Ägypten wurde durch eine stille Bildfolge der Ereignisse dargestellt: „Das Volk Israel zieht durch das Rote Meer aus Ägypten, während die Armee des Pharao sie verfolgt, vernichtet und die Streitwagen ans Ufer geschwemmt werden“ - Die Spannung der Ereignisse war körperlich greifbar bei dieser außergewöhnlichen Art der Lesung.
Die Gesänge wurden von einer vierköpfigen Instrumentalisten aus Gitarren, E-Piano und Cachon begleitet, der Chor aus fünf Sängern und Sängerinnen verzauberte mit wundervoll gesungenen Liedern den Gottesdienst. Die Kreativität der gestalteten Elemente war unbeschreiblich, und dass in jedem Bereich: Gesanglich, malerisch und lyrisch wurde den wohlbekannten liturgischen Eckpfeilern der "Nacht der Nächte" auf eine unverwechselbare spontane und ergreifende Art der Stempel einer neuen jungen Kirche aufgedrückt. Die Last der Karfreitagspassion mit Trauer, Leid und Schmerz fiel ab und ging über in die helle Freude über die Auferstehung. Dies zeigte in besonderer Weise ein von drei Teilnehmerinnen in der Mitte des Kirchenschiffs vorgetragener Tanz zum Halleluja, wo die Freude über die Auferstehung für alle sichtbar wurde.
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde die Osternacht und die Freude der Auferstehung noch gemeinsam im Haus Mariengart mit selbstgebackenem Ostergebäck und einigen Gläsern Wein bis spät in die Nacht gefeiert.
Am Tag danach, dem Ostersonntag, wurden alle von P. Herbert King mit einem traditionellen "Halleluja" begrüßt, bevor es nach dem Brunch ein gemeinsames Ostereier-Suchen gab. Der Gottesdienst konnte dank besserem Wetter und der nach vielen düsigen Tagen jetzt wieder scheinenden Sonne im Freien gefeiert werden!
Am Nachmittag stand der Besuch des nahen Klosters Bronnbach auf dem Programm. Der Führer versetzte uns für kurze Zeit in die Zeit des 12. Jahrhunderts, als das Kloster gegründet wurde und gab Einblick in das für heutige Verhältnisse unglaublich strenge Leben der Zisterziensermönche. Einige nutzten den Tag allerdings auch, um ganz Zeit für sich zu haben und noch einmal Abstand zum Alltag zu finden. Der Tagesablauf war ganz bewusst daraufhin ausgelegt, dass an einem der jederzeit vielfältige Angeboten teilhaben konnte oder auch mal ganz zum Nachdenken und Ausruhen kommen konnte.
Am Abend gab es ein festliches selbstgekochtes Osterdinner mit mehreren Gängen und kulinarisch besten Dingen wie Salate, Rindersteak mit Rosmarinkartoffeln und Stangenbohnen und einem fruchtigen Joghurtdessert. Ein Hochgenuss nach den langen Tagen der Fastenzeit! Gekrönt wurden die kulinarischen Köstlichkeiten mit einem geistigen „Schmankerl“ als P. Herbert sein Wissen über P. Kentenich bei einem Quiz mit Zitaten großer Denker und Theologen beweisen musste: Verschiedene Texte musste den Urhebern zugeordnet.
Am Montag war dann auch schon der Tag der Abreise gekommen: Nach dem gemeinsamen Gottesdienst ging unsere Ostergemeinschaft auseinander. Die Verabschiedung fiel vielen nach den intensiven gemeinsamen Tagen sichtlich schwer, so auch mir, dem Autor. Allerdings war die Aussicht auf die kommenden Veranstaltungen und ein Wiedersehen mit vielen der Teilnehmern ein kleiner Trost.
 
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